Wer war die Staunton Artillery?

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Spannung zwischen dem Norden und dem Süden der Vereinigten Staaten immer größer. Einer der Höhepunkte war der Anschlag des Terroristen John Brown 1859 in Harpers Ferry. Durch diese Aktion wurde der ganze Süden alarmiert und das bis dahin brachliegende Milizsystem reformiert. Diese Milizeinheiten bildeten den Grundstock der späteren konföderierten Armee. Eine dieser hochmotivierten Einheiten war die Staunton Artillery, die am 28. November 1859 durch den in Staunton, VA. bekannten Rechtsanwalt John D. Imboden gegründet wurde. Die Einheit fiel schon während der jährlich stattfindenden Milizübungen durch hervor-ragenden Drill auf. Als die Staaten des tiefen Südens aus der Union austraten, nahm die Angst vor einem Krieg auch im Shennandoah-Valley zu. Nachdem konföderierte Truppen im April 1861 Fort Sumter in Charleston, SC beschossen, musste auch Virginia sich zwischen der Union und der Konföderation der Südstaaten entscheiden. Am 17. April 1861 trat der „Old dominian state“ aus Union aus. Am gleichen Tag verließ die Staunton Artillery ihre Heimatstadt um das Arsenal in Harpers Ferry vor der Zerstörung durch die Unionstruppen zu bewahren. Die Einheiten des Staates Virginia kamen zwar zu spät um das Feuer, das die abziehenden Unionstruppen am Arsenal gelegt hatten, zu verhindern, konnten aber trotzdem viele Waffenteile und Maschinen bergen. Bis zum Eintreffen von Col. T. J. Jackson sicherte die Einheit Harpers Ferry. Am 21. Juli 1861 schlug die Staunton Artillery während dem „Battle of Manassas“ zwei feindliche Batterien nieder und hielt die Stellung bis sie verschossen war. Cpt. Imboden wurde am Ohr verletzt und die Battery erhielt nach der Schlacht ein Lob von Gen. T. J. Jackson.


Den Winter 1861/62 verbrachte die Battery in der Nähe von Dumfries, VA: Am 22. April 1862 wurde Ltn. Balthis zum Captain gewählt, da Cpt. Imboden eine Brigade zur Verteidigung des Shennandoah-Valley´s aufstellte. Am 7. Mai unterstützte die Einheit den erfolgreichen Angriff der Texas Brig. der West Point Landing VA. Während der Schlacht
der sieben Tage bei Richmond wurde die Staunton Artillery am 27. Juni bis Gaines Mill unter Gen. Hood erfolgreich eingesetzt. Während dieses Gefechtes wurde Cpt. Balthis
so schwer verwundet, dass er später den Dienst quittieren musste. Auch in Malvern Hill kämpfte die Battery bis alle Munition verschossen war. Nach dem Ausfall von Cpt. Balthis übernahm Ltn. Garber die Staunton Artillery. Gen. Jackson wünschte die Staunton
Artillery für sein Corps und der Kommandeur der Army of Northern Virginia,
Gen. Robert E. Lee ordnete es so an. Von da an gehörte die Staunton Artillery zum
zweiten Corps. Im Rahmen dieses Corps kämpfte die Einheit bis 2nd Manassas und Sharpsburg. Im Dezember 1862 nahm die Battery an der Schlacht von Fredericksburg
teil und Ltn. Garber wurde zum Captain befördert. 1862/63 wurde Winterquartier bei Port Royal bezogen. Während des Frühjahres 1863 wurde die Einheit im 3. Corps eingesetzt und nahm an mehreren kleineren Gefechten teil. Nachdem Gen. Early das zweite Corps übernommen hatte marschierte die Staunton Artillery unter seinem Kommando durch Maryland nach Pennsylvania. Während der Schlacht von Gettysburg wurde die Battery nur am ersten Tag eingesetzt.
Am 27. August war die Staunton Artillery an einem Scharmützel in der Nähe von Brandy Station beteiligt. Von Vorpostendiensten abgesehen blieb die Battery bis Februar 1864
im Winterlager. Bei der „Battle in the Wilderness“ zeichnete sich die Staunton Artillery
trotz Verluste erneut aus. Im Spätjahr 1864 wurde die Battery zum Schutz des Shenandoah-Valley´s gegen die Division von Gen. Sheridan, der den Auftrag hatte, das Valley so zu zerstören, dass „eine Krähe, die es überfliegt, ihre Verpflegung mitführen muss“. Doch die Mittel der Konföderation reichten schon lange nicht mehr um die Aggressoren aus dem Norden aufhalten zu können. Das Shennandoah-Valley, der „Brotkorb der Konföderation“ wurde niedergebrannt. Die Battery überwinterte in Staunton und wurde nach Petersburg, das durch die Army of the Potomac belagert wurde, verlegt. Nachdem die Union im April 1865 die immer dünner werdenden Linien der Konföderierten durchbrachen ging die Staunton Artillery ohne ihre Geschütze mit den Resten der Army of Northern Virginia auf Appomattox zurück, wo sie am 9. April 1865 kapitulierten. Im Gedenken an die Kanoniere, die für das Shennandoah-Valley – ihre Heimat – kämpften und ihr Leib und Leben für den Staat Virginia gaben, versuchen wir, die Geschichte lebendig zu erhalten; getreu dem Wahlspruch:
"Sic semper tyranis"

Die ausführliche Geschichte der Staunton-Artillery findet ihr hier

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